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Erfahrungswerte
Dressurmäßiges Arbeiten vom Boden
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Pferd ohne Reitergewicht zu bewegen/beschäftigen und zu gymnastizieren.
Laufenlassen an der Longe und Longenarbeit sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Ich persönlich arbeite sehr gern mit dem Kappzaum und langer Leine/ Doppellonge.
Am langen Zügel erlernt das Pferd die Hilfen für die grundsätzlichen Lektionen und Seitengänge im Schritt und Trab.
Auch das Vertrauen zur Reiterhand wird hier verbessert.
Durch Berührungen mit der Gerte und Leine, wird das Pferd eingerahmt.
Es lernt seinen Körper und den genauen Einsatz seiner Gliedmaßen kennen.
Wichtig hierbei ist geduldig zu sein, die Ruhe zu bewahren, wenn das Pferd mal nicht gleich versteht, was man von ihm will.
Wobei ich immer versuche darauf hinzuarbeiten, weniger ist mehr, in Bezug auf Ausbinder und Co.
Das Pferd soll sich entspannt von der Dehnungshaltung zur Arbeitshaltung - an die Hand treten.
Wobei das mit der Hand nicht wörtlich gemeint ist, ein Pferd soll sich selber tragen und dabei nicht auf den Zügel liegen.
Die Körpersprache so wie die Stimmhilfe darf da nicht fehlen, wobei auch hier weniger mehr ist.
Schnell merkt man das, das Pferd so sehr schnell lernt, sich zu versammeln.
Gut kann man auch Stangen im Training mit einbauen.
Eine gute Ausbildung vom Boden vereinfacht dem Pferd die Arbeit vom Sattel oder in der Kutsche enorm.
Sie sollte daher in keiner Grundausbildung fehlen.
Zu bedenken ist auch das Pferde nicht Kreuz weise denken können, wie wir Menschen.
Da der Informationsaustausch bei Pferden nicht so ist wie beim Menschen, übertragen Pferde Gegenstände usw., die sie auf der linken Gehirnhälfte "gespeichert" haben nicht automatisch auf die Rechte.
Das heißt, es kann passieren, dass Sie mit ihrem Pferd beim Ausritt z.B. an einem Silohaufen problemlos vorbeireiten, es jedoch am Heimweg, wenn es den Silohaufen von der anderen Seite sieht, scheut.
Erschwerend hinzu kommt die monokulare Sehweise des Pferdes, die es ihm nicht möglich macht mit beiden Augen das gleiche Bild zu sehen.
Wird diese Verbindung jedoch trainiert und somit die Pferde auch an wechselnde visuelle Reize gewöhnt, ist der Erfolg dass,
* Pferde in Schrecksituationen gelassener bleiben.
* sich Verhaltensprobleme, durch die Möglichkeit der besseren Verarbeitung im Gehirn, lösen.
* sich die Koordination, deren Ursprung ebenfalls im Gehirn ist, verbessert.
* das Pferd mit der Zeit ein Bewusstsein für seinen Körper und die dazugehörige Hinterhand entwickelt. Diese tritt dadurch vermehrt unter den Schwerpunkt und nimmt mehr Last auf.
*das Pferd durch das erworbene Körperbewusstsein bewusst Rücken- und Bauchmuskulatur einsetzt, die ein "gesundes" und für das Pferd angenehmes Reiten ermöglichen.
*auch junge Pferde, die "frisch" eingeritten wurden oder auch erst angeritten werden, profitieren von der Methode. Durch die angegebenen Figuren im Reitparcours und beim Longieren verstehen sie sehr schnell, was von ihnen verlangt wird.Dabei lernen sie genau das, was wichtig ist;
*gerade und mit Körperbewusstsein zu laufen (was gerade für das Erlernen neuer Hilfen nützlich ist)
* Sicherheit in allen Grundgangarten
Das heißt was das Pferd auf der einen Hand gelernt hat weiß es auf der anderen noch lange nicht.
Beide Hände gleichmäßig arbeiten, alles für das Pferd neue, immer auf beiden Seiten zeigen.